Ashoura bleibt auf ewig in meinem Herzen

Bruder, wo bist du nur mein Bruder? Oh Bruder, ich spüre dein Leid, wo bist du nur mein Bruder? Bitte antworte mir.

Mein Beschützer, oh mein Beschützer so antworte du mir doch, oh mein Bruder, wo seid ihr nur meine Brüder.

Wie kann es sein, dass ihr mich laut euren Namen rufen hört und ihr mir nicht antwortet? Ist es wirklich geschehen? Ich kann es nicht glauben, oh meine Brüder, was haben sie euch bloß angetan?

Ich nehme Euch mit auf die Reise und zeige euch, auf welch eine Reise ich alles und jeden verloren habe.

Kannst du dir vorstellen, was ich erleiden musste? Möchtest du wissen, wen und wie ich meine Geliebten verloren habe?

Ich erzähle es euch so zeigt mir eure Tränen die fließen, wenn euch meine Worte zur spüren geben, dass Leid und Sorgen mich plagten, dass die Schmerzen mich innerlich zerbrachen.

Ich rufe dich, oh mein Bruder und dich, oh mein Beschützer. Wo wart ihr nur an dem Tag, an dem ich euch am meisten gebraucht habe?

Es begann alles bereits vorher. Wir wurden gequält und bekamen keinen Tropfen Wasser mehr. Die Kinder zerbrachen jedem das Herz, die Schreie der leidenden Kinder hättest du hören müssen. Doch Yazids Truppe wollte uns keinen Tropfen geben und uns auch nicht an den Fluss lassen. Mein Beschützer Abbas war es, der versuchte den Kindern wenigstens etwas Wasser zu holen und kam nie wieder zurück. Ich vermisse dich so sehr, mein geliebter Beschützer. Er hat sein Leben nicht nur für den Islam gegeben, sondern für die ganze Menschheit. Er konnte alles Leid und Schmerzen ertragen, doch nur eins konnte er nicht: Die traurigen und durstigen Blicke der kleinen Kindern anschauen. Seine Arme wurden ihm abgehackt, in seinem Auge befand sich ein Pfeil und Abbas Sorge war nur eines: Den Kindern das Wasser zu bringen. Er fiel für uns und für dich.

Und Hussein, mein geliebter Hussein. Er war es, der ohne Helfer auf dem Berg stand und laut gerufen hat:
„Ist dort jemand, der uns zu Hilfe eilt? Ist dort ein Unterstützer, der uns unterstützt?“
Doch niemand stand dort und schrie laut: „Labbayka ya Hussein“.

Wo war damals die Shiaat Ali von heute? Wieso bekam er keine Hilfe? Wie konnte man zulassen, dass mein Bruder in zwei Stücke geteilt wurde.

Imam Hussein (as) ging ein letztes Mal zum Abschied zu den Frauen in den Zelten und schaute seine Frau mit seinem Säugling an. Er ging zum Schlachtfeld mit Ali Asghar, weil er bei seinem letzten Abschied nicht mit ansehen konnte, wie der Kleine vor Durst schrie. So nahm er Abullah as. mit und zeigte den Feinden der Ahlulbayt as. die Unschuld des kleinen Alis. Doch kein Erbarmen kannte jener Feind, der ihm ein Pfeil mitten in den Hals schoss. Und plötzlich hörte niemand das Geschrei des kleinen sechs Monate alten Asghars mehr. Ist deine Gier nach dem Töten gestillt Harmalah? Möge Allah swt. dich so quälen, wie du das Herz Laylas, die Frau von Hussein (as), gequält hast.

Unser geliebter Imam sagte folgendes:
„Mein Herr! Dein Zeugnis über die Geschehnisse hier geben mir die Kraft, das alles zu ertragen.“

So bestieg Hussein (as) sein Pferd und begann so zu kämpfen, wie mein Vater Ali (as) es ihm beibrachte. Die Schlacht von Ashoura war geprägt mit Karb und Balaa (Sorgen und Leid). Kein Ereignis war so grausam wie dieses. Obwohl Hussein (as) viele seiner 30.000 Gegner besiegte, durchbohrten ihn die Pfeile von der Ferne wie ein Regenschauer. So feige die Truppe Yazids doch war, schickte Yazid sogar einen Heuchler aus dem Hinterhalt, der dem Imam einen Speer in den Rücken stieß. So fiel mein Bruder vom Pferd. Aus allen Richtungen kamen die Feiglinge und schlugen meinen geliebten Bruder mit den Speeren auf seinen heiligen Körper. Oh Hussein, als wenn dies nicht genug war, nein, so setzte sich Shimr auf deine Brust und hackte dir bei lebendigen Leibe deinen Kopf von deinem Körper ab.

Oh meine Shiaa, weint um euren Imam. Er wird euch treu bleiben. Oh Zuljanna, wie konntest du nur ohne deinen Gebieter zurückkehren. Oh Zuljanna, wieso blieb Hussein ohne dich und ohne Kopf in der Wüste Karbalas liegen.

Oh Hussein’s Pferd, als du ohne Hussein wieder gekommen bist, zerbrach mein Herz in Millionen Stücke.

Oh meine Shiaa, keiner von euch würde seinen Bruder, seinen Vater oder Sohn ohne Kaffan begraben. Keiner von euch Shiaa würde sie ohne die Todeswaschung begraben, ohne einen Sarg oder ohne das Totengebet zu vollziehen. Wo ist dein Kopf und wo dein Körper? Wo soll ich nach deinem durchbohrten Körper suchen. Was muss ich noch ertragen, sag es mir mein Bruder?

Oh meine Shia, weint ihr auch um meine Familie und Freunde?

Oh Hussein, was musstest du bloß ertragen? Was haben die Verfluchten dir angetan? Wie soll ich deinen Tod akzeptieren? Mein geliebter Bruder, wohin soll ich die Waisen schicken, wenn Sie einen Vater brauchen? Wie soll ich die ganzen Frauen trösten, die ihre Familienangehörigen verloren haben? Was soll ich Rukkaya (as) sagen? Wie soll ich ihr beibringen, dass du nicht mehr an ihrer Seite stehen wirst.

Oh Rukkaya meine geliebte Blüte. Auch sie hielt es nicht mehr lange aus und weinte die ganze Zeit. Als die Verfluchten ihr Weinen gehört haben, zeigten sie ihr deinen Kopf serviert auf ein Tablett. Sie starb vor Trauer nach dir und ließ mich alleine mit den Gefangenen gehen. Wen hatte ich noch? Wo soll ich hin? Sie nahmen uns fort von euch und ihr wart dort.

Denkst du, das war das Ende der Geschichte? Nein, keinesfalls! Es war der Anfang, zu dem es kein Ende geben wird. Solange Husseins Blut in den Adern jedes freien Mannes und jeder freien Frau fließt, ermutigt es sie dazu, sich gegen den Yazids ihrer Zeit zu erheben.

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