Der kämpfende Reiter

Der kämpfende Reiter – Abbas as.

 

Al-Abbas wich während seines Lebens niemals von der Seite seines Bruders Imam Hussein (as.), so auch nicht, als sie Medina verließen. Er wurde von allen Familienmitgliedern des Imams (as.) sehr geliebt und respektiert. Er war so hingebungsvoll und treu zu Imam Hussein (as.), dass er, als Shimr ibn Ziljoshan (la.), der zweite stellvertretende Truppenführer Yazids(la.) Armee, vor dem Zelt Imam Hussein (as.) stand und rief:

„Wo sind meine Neffen, Abbas, Abdullah, Jaafar und Uthman?“

 

Abal Fadhel Al-Abbas (ع) wollte nicht antworten, doch er tat es schließlich nachdem Imam Hussein (ع) ihn aufforderte:

„Antworte ihm! Denn auch wenn er korrupt (und uns feindlich gesinnt) ist, so ist er dennoch dein Verwandter.“

 

Abbas fragte Shimr (la.), was er denn wolle und Shimr (la.) antwortete:

 

„O meine Neffen, ich habe extra Ubaydullah, um ein sicheres Leben für euch gebeten. Wieso wollt ihr euch mit Hussein töten lassen? Wieso schließt ihr euch nicht den Truppen des mächtigen Yazids an?“

 

Abbas schaute verachtend und antwortete scharf:

 

„Möge Allahs Zorn über dich und deinen Vorschlag kommen, O Feind Allahs! Wie kannst du es wagen, uns solch einen Vorschlag zu machen? Niemals werden wir unseren Herrn Hussein verlassen und die irreführenden und korrupten Truppen Yazids unterstützen.“

Shimr kehrte verärgert um.

 

Da die Truppen Yazids sich vor der Tapferkeit und Kampfbereitschaft von Abal Fadhel Al-Abbas (as.) fürchteten, versuchten sie es ein zweites Mal, ihn zu ihnen zu locken. Jareer ibn Abdullah war ein Angestellter Ubaydullah Ibn Ziyads, der Gouverneur Kufas, und hatte einen hohen Einfluss auf ihn. Umm al-Banin, die Mutter Abbas’, war eine Cousine von Jareer, der völlig überzeugt davon war, dass Hussein und seine Gefährten kaltblütig massakriert werden. Er hatte eine innere tiefe Abneigung, dass seine vier Neffen mit Hussein massakriert werden würden. Er appellierte an ibn Ziyad, das Leben seiner vier Neffen zu verschonen. Ibn Ziyad war damit einverstanden. Jareer schrieb umgehend an Abbas, dass er und seine Brüder die Gefährtenschaft Husseins aufgeben und zu ibn Ziyad übergehen sollten und somit ihr Leben schützen, da es eine kritische und lebensgefährliche Situation für sie sei. Diesen Brief übermittelte er durch eine Person namens Irfan. Dieser überbrachte den Brief an Al-Abbas (as.), welcher beim Lesen des Briefes kaum seinen Zorn unterdrücken konnte. Er zerriss den Brief und sagte zu Irfan:

„Geh und teile meinem Onkel Jareer ibn Abdullah mit, dass wir niemals Hussein im Stich lassen und erst recht nicht Zuflucht bei Ubaydullah suchen werden. Wir suchen allein bei dem Allmächtigen Zuflucht und sind bereit unser Leben für unseren geliebten Imam Hussein und den Islam zu opfern!“

Als Irfan Jareer die Worte Abbas mitteilte, war er sehr enttäuscht, denn er war davon überzeugt, dass Abbas dieses Angebot annehmen würde.

Doch Jareer hatte vergessen, dass er dies jemandem anbot, der Imam Hussein(as.) und den Islam mehr liebte als sich selbst und sich um diese mehr sorgte als um sein eigenes Leben. Er hatte vergessen, dass Abbas der Sohn von Imam Ali (s.a) war, der mal sagte:

 

„O du Gelbes (Gold) und O du Weißes (Silber)! Trüge jemanden anderes!”, während er als Kalif über das Vermögen des islamischen Reiches verfügte.

 

Als Abal Fadhel Al-Abbas den Fluss (Euphrat) erreichte, um für die Kinder von Hussein(as.) Wasser zu holen, wurde er von den Truppen Yazids (la.) umzingelt. Sie griffen ihn an und erlaubten es Ihm (as.) nicht, Wasser für die Kinder Husseins(as.) zu holen. Im Kampf um das Wasser verlor Al-Abbas (as.) seine rechte und linke Hand. Sein Körper war mit Pfeilen übersät. Doch Al-Abbas(as.) hatte nur einen Wunsch, er wollte das Gesicht seines Bruders sehen, welches er zuerst gesehen hat, als er geboren wurde. Er wollte nur das Wasser zu Ruqaya as. bringen, damit sie den Durst der Kinder stillen kann. Leider schoss ein Pfeil direkt durch den Wasserbehälter und das Wasser floss auf den Boden. Noch ein Pfeil traf ihn in sein linkes Auge und er fiel vom Pferd. Ein normaler Mensch der auf den Boden fällt, stützt sich immer mit seinen Händen auf den Boden. Doch wie sollte sich unser geliebter Abal Fadel ohne Hände stützen? Er fiel auf den Boden mit Pfeilen übersät und sein Schmerz wurde immer stärker, wobei ihn noch ein Wunsch quälte. Er wusste, dass dies seine letzten Minuten waren. Er wünschte sich so sehr seinen Bruder und Imam Hussein (as.) zu sehen. Er hörte Schritte, die näher kamen, und er sagte:

„Ich bitte dich bei dem, den du anbetest, lass mich nur noch eine Weile (leben), bis der Sohn meines Vaters zu mir kommt.“

 

Doch er hörte eine ihn bekannte Stimme, die nicht vorhatte, ihn zu töten.

„Abbas, Abbas mein Bruder, was haben sie dir angetan?”, fragte Hussein (as.) halb schluchzend und dämpfend. Er spürte, wie sein ‘Herr’ und Imam neben ihn kniete und seinen Kopf auf seinen Schoß legte. Er spürte die liebevolle Hand seines Imam.

 

„Du bist schließlich doch zu mir gekommen, mein ‘Herr’. Ich dachte, es ist mir nicht mehr gewährt, einen letzten Blick auf dein heiliges Gesicht werfen zu können. Gepriesen sei Allah! Du bist hier.“

 

Hussein brach in Tränen aus. Es war für ihn herzzerbrechend seinen Bruder, dessen Name mit Treue und Aufopferung in Verbindung gebracht werden würde, so zu sehen und zu hören.

 

Er sagte:

„Bruder Abal Fadhel, nun ist mein Rückgrat gebrochen, jetzt habe ich keine Kraft mehr, nun wird sich mein Feind freuen.“

 

Es wird berichtet, dass Abbas (as.) vor seinem Martyrium noch folgendes flüsterte:

 

„Mein ‘Herr’, ich habe noch einige letzte Wünsche, die ich gerne äußern würde. Als ich geboren wurde, war es dein Gesicht, welches ich als erstes erblickte. Es war nun auch mein letzter Wunsch, dein Gesicht vor meinem Ableben noch erblicken zu dürfen. In dem einen Auge ist der Pfeil und das andere ist mit Blut verdeckt. Ich bitte dich das Blut von meinem Auge ein wenig zu entfernen, sodass mir noch dieser Wunsch gewährt wird, dich vor meinem Tod sehen zu dürfen. Mein zweiter Wille ist, dass du mich bitte nicht zurück zum Zelt trägst, sondern hier liegen lässt. Ich schäme mich vor deiner Tochter Sukaina (as.), da ich ihre Bitte nicht erfüllen konnte, Wasser zu besorgen. Ich kann es nicht ertragen, ihr zu begegnen, auch wenn ich tot bin. Außerdem weiß ich, dass dein Rücken schon von heute Morgen durch das Tragen der Märtyrer zu den Zelten an belastet ist. Das Tragen meines Körpers würde dein Rückgrat brechen. Mein dritter Wunsch ist es, dass Sukaina (as.) mich nicht in diesem Zustand zu sehen bekommt. Ich weiß, wie sehr sie mich liebt und wie hingebungsvoll sie mir gegenüber ist. Der Anblick meines toten Körper würde sie umbringen.“

 

Es wird berichtet, dass Hussein(as.) Abbas liebevoll umarmte und küsste, auch Abbas wollte seinen Imam und Bruder umarmen. Doch wie sollte er? Wurden doch seine gesegneten Hände abgehackt, weil er Wasser für die Kinder Husseins(as) holen wollte. Es blieb ein unerfüllter sehnsüchtiger Wunsch Abbas’ seinen Bruder, den er so sehr liebte, zum Abschied noch einmal umarmen zu können.

Hussein (as) versicherte ihm, dass er all seine Wünsche erfüllen wird und fügte hinzu:

 

„Abbas, auch ich habe einen Wunsch, der gerne erfüllt werden möchte. Seit unserer Kindheit hast du mich immer ‘Mein Herr’ (Maulaya) genannt. Nenne mich doch einmal ‘Mein Bruder’.“

 

Das Blut wurde von seinem Auge entfernt, der eine Bruder schaute den anderen mit einem langen liebevollen Blick an. Abbas wurde gehört, dies geflüstert zu haben:

 

„Mein Bruder, mein Bruder!“, und mit diesen Worten stieg seine Seele zu ihrem Schöpfer. Hussein fühlte sich geschwächt neben dem toten Körper seines geliebten Bruders und weinte.

 

Der Fluss des Euphrats wurde dunkel wie der Winter und ein Murmeln des fließenden Wassers kam auf, als würde es gegen den Tod des durstenden Wasser-Überbringers protestieren, den geliebten ‘Mond der Kinder Haschems’. Der Held der Helden Karbalas wurde wie sein Onkel Jaafar al-Tayyar ibn Abi Talib (s.a) mit zwei Flügeln in das Paradies emporgehoben…

 

Abal Fadhel Al-Abbas (as) erlangte sein Martyrium im Alter von ca. 35 Jahre, am 10. des Muharram, im Jahre 61 nach der Auswanderung (680 n. Chr.).

 

Ein kleines Zitat von mir: Der Tod lügt, wenn er behauptet, dass Abal Fadhel Al-Abbas tot ist. Ganz im Gegenteil, er ist lebendig. Ein Besuch bei seinem Schrein wird es beweisen.

 

Gott der Allmächtige sagte dazu in seinem heiligen Koran:

<<Halte nicht die, die im Kampf auf dem Wege Gottes gefallen sind, für tot! Nein sie leben bei ihrem Herrn und erfreuen sich seiner herrlichen Gaben. >> [1]

 

[1] (Sure Al-Imran 3:169).

 

Al-Abbas wich während seines Lebens niemals von der Seite seines Bruders Imam Hussein (as.), so auch nicht, als sie Medina verließen. Er wurde von allen Familienmitgliedern des Imams (as.) sehr geliebt und respektiert. Er war so hingebungsvoll und treu zu Imam Hussein (as.), dass er, als Shimr ibn Ziljoshan (la.), der zweite stellvertretende Truppenführer Yazids(la.) Armee, vor dem Zelt Imam Hussein (as.) stand und rief:

„Wo sind meine Neffen, Abbas, Abdullah, Jaafar und Uthman?“

 

Abal Fadhel Al-Abbas (ع) wollte nicht antworten, doch er tat es schließlich nachdem Imam Hussein (ع) ihn aufforderte:

„Antworte ihm! Denn auch wenn er korrupt (und uns feindlich gesinnt) ist, so ist er dennoch dein Verwandter.“

 

Abbas fragte Shimr (la.), was er denn wolle und Shimr (la.) antwortete:

„O meine Neffen, ich habe extra Ubaydullah, um ein sicheres Leben für euch gebeten. Wieso wollt ihr euch mit Hussein töten lassen? Wieso schließt ihr euch nicht den Truppen des mächtigen Yazids an?“

 

Abbas schaute verachtend und antwortete scharf:

„Möge Allahs Zorn über dich und deinen Vorschlag kommen, O Feind Allahs! Wie kannst du es wagen, uns solch einen Vorschlag zu machen? Niemals werden wir unseren Herrn Hussein verlassen und die irreführenden und korrupten Truppen Yazids unterstützen.“

Shimr kehrte verärgert um.

 

Da die Truppen Yazids sich vor der Tapferkeit und Kampfbereitschaft von Abal Fadhel Al-Abbas (as.) fürchteten, versuchten sie es ein zweites Mal, ihn zu ihnen zu locken. Jareer ibn Abdullah war ein Angestellter Ubaydullah Ibn Ziyads, der Gouverneur Kufas, und hatte einen hohen Einfluss auf ihn. Umm al-Banin, die Mutter Abbas’, war eine Cousine von Jareer, der völlig überzeugt davon war, dass Hussein und seine Gefährten kaltblütig massakriert werden. Er hatte eine innere tiefe Abneigung, dass seine vier Neffen mit Hussein massakriert werden würden. Er appellierte an ibn Ziyad, das Leben seiner vier Neffen zu verschonen. Ibn Ziyad war damit einverstanden. Jareer schrieb umgehend an Abbas, dass er und seine Brüder die Gefährtenschaft Husseins aufgeben und zu ibn Ziyad übergehen sollten und somit ihr Leben schützen, da es eine kritische und lebensgefährliche Situation für sie sei. Diesen Brief übermittelte er durch eine Person namens Irfan. Dieser überbrachte den Brief an Al-Abbas (as.), welcher beim Lesen des Briefes kaum seinen Zorn unterdrücken konnte. Er zerriss den Brief und sagte zu Irfan:

„Geh und teile meinem Onkel Jareer ibn Abdullah mit, dass wir niemals Hussein im Stich lassen und erst recht nicht Zuflucht bei Ubaydullah suchen werden. Wir suchen allein bei dem Allmächtigen Zuflucht und sind bereit unser Leben für unseren geliebten Imam Hussein und den Islam zu opfern!“

Als Irfan Jareer die Worte Abbas mitteilte, war er sehr enttäuscht, denn er war davon überzeugt, dass Abbas dieses Angebot annehmen würde.

Doch Jareer hatte vergessen, dass er dies jemandem anbot, der Imam Hussein(as.) und den Islam mehr liebte als sich selbst und sich um diese mehr sorgte als um sein eigenes Leben. Er hatte vergessen, dass Abbas der Sohn von Imam Ali (s.a) war, der mal sagte:

„O du Gelbes (Gold) und O du Weißes (Silber)! Trüge jemanden anderes!”, während er als Kalif über das Vermögen des islamischen Reiches verfügte.