Der letzte Augenblick mit Sughra as.

Heute gedenken wir dem Leiden Fatima Sughras (die Jüngere (as.)), die Tochter von Imam Hussein (as.) und Umm Ishaq.
Geboren ist Fatima al Sughra (as) 53 n.d.H. Da die Ehefrau von Imam Hussein (as.) schon eine Tochter namens Fatima hatte, haben sie die jüngere Tochter „Fatima al Sughra“ genannt.

Als Imam Hussein (as.) sich für die Reise nach Karbala bereit machte, sah seine kleine Tochter zu und erhoffte sich, nach Karbala mitzureisen. Fatima al-Sughra (as.) war erst ca. 8 Jahre alt und schwer krank. Doch keiner erwähnte sie für die Mitreise nach Karbala, dennoch hoffte Sie weiterhin auf ihren Vater Al Hussein (as.). Die ganze Zeit machte Sie sich Gedanken, wie denn alle gehen könnten und Sie das Bett hüten musste. Auch dachte Sie die ganze Zeit an ihren kleinen Bruder Ali al-Asghar, welcher noch ein Säugling war. Sie war es, die den Säugling Abdullah ibn Hussein mit aufzog. Sie dachte sich, wenn ein Säugling mit auf die Reise dürfe, so dürfe sie doch auch? Als sie langsam Tränen in den Augen hatte, hörte sie ihren Vater Hussain as. hochkommen. Sie Wichte sich ganz schnell die Tränen aus den Augen und setzte sich aufrecht hin. Daraufhin kam ihr Vater Imam Hussein (as.) in ihr Zimmer, setzte sich auf das Bett von Fatima al-Sughra und legte die Hand auf ihren Kopf und sprach:

„Als Du geboren wurdest, mein liebes, benannte ich dich nach deiner Großmutter Fatima Zahra (a.). Wie du weißt, wurde sie auch “die Geduldige” [saabira] genannt. Ich möchte, dass auch Du eine “saabira” bist und dich damit einverstanden erklärst, mit Ummul Banin und Umm Salama in Medina zu bleiben. Willst du das tun?“

Sie nickte mit dem Kopf und kämpfte gegen ihre Tränen an. Der Imam küsste sie und verließ das Zimmer.
Wenn die Kinder der Ahlul-Bayt (as.) Sorgen hatten, riefen sie Aba Fadel al-Abbas (as.), den Onkel von Fatima. Auch sie (as) rief Al-Abbas (as.) zu sich. Er (as.) kam in Begleitung von Ali al-Akbar (as.) den großen Bruder von Fatima. Sie sprach zu den beiden:

“Ich weiß, wie sehr ihr beiden mich liebt, wie könnt ihr mich dann nur allein zurücklassen? Wer soll mich begraben, wenn ich sterbe?”

Doch die beiden machten ihr klar, wie krank sie sei und dass sie in so einem Zustand nicht mitreisen könne.

Daraufhin sagte sie (as.) :
“Ich akzeptiere das und möchte meinem Vater nicht widersprechen. Ich werde tapfer sein und hier bleiben.”

Liebevoll blickte sie auf ihren Bruder und sagte zu ihm:

„Ali Akbar, versprich mir eines. Wenn du verheiratet bist und nach Medina zurückkehrst, ich aber schon gestorben bin, versprich mir mein Grab mit deiner Braut zu besuchen und eine Al-Fatiha zu rezitieren.“

Abbas (as.) und Ali al-Akbar (as.) konnten beim Abschied ihre Tränen nicht mehr zurückhalten.

Nun war es soweit, die Reise nach Karbala sollte in der Morgendämmerung beginnen. Es war schwer für Fatima al-Sughra, sich von Abdullah ibn al-Hussein (as.) zu trennen. Ihr Vater Imam Hussein (as.) tröstete sie und küsste seine Tochter, als sie sich verabschieden mussten.

Später heiratetet Fatima Sughra (as.) ihren Cousin Hassan al-Muthanna, den Sohn von Imam Hassan (as.). Von ihm bekam sie Zwei Söhne. Fatima Sughra ging nach Damaskus (Syrien) zu ihrer Tante Zeinab (as.), wo sie dann auch verstarb. Ihr Schrein ist auf dem „Bab al-Saghir“ Friedhof.