Die Reise beginnt

Nach 20 Jahren Herrschaft, starb endlich der Tyrann Muawiya im Jahre 60 nach der Hijra. Sein Vater war Abu Sufyan und hatte stets alles gemacht, um dem Propheten Muhammad zu schaden. Er wurde auch erst Moslem, als er einsah, dass Mekka gegenüber dem Propheten kapituliert hatte und es keinen Sinn mehr machte, weiter zu kämpfen. Der Tyrann Muawiya aber lehnte es damals ab, zum Islam zu konvertieren und ging nach Jemen ins Exil. Er konvertierte erst, als er sah, dass sich ganz Arabien dem Islam zugewandt hatte.

 

Als der Prophet starb und es um die Nachfolgerschaft bzw. der Führung der Ummah ging, schloss sich Muawiya den Feinden Alis an. Er war im hohen Maß daran beteiligt, dass Ali damals enteignet wurde. Dafür wurden er und sein älterer Bruder jeweils vom Herrscher der Zeit mit der anschließenden Führung belohnt.

 

Es kam die Zeit, Ali wurde nun zum Führer ernannt. Eine seiner ersten Maßnahmen war, Muawiya von seinem aktuellen Posten zu entlassen. Dieser weigerte sich und es kam zur Schlacht von Siffin. Muawiya trickste die Mehrheit der Armee Alis aus, als er fast verloren hatte und gewann die Schlacht mithilfe eines Schiedsspruchs. Muawiya benutze den Islam lediglich für Machtzwecke. Es war ihm nicht unangenehm, die Vorschriften und Regeln des Islams zu brechen. Er und seine Familie hassten die Nachkommenschaft Muhammads sawas.

 

Als Muawiya starb, ernannte er seinen Sohn Yazid als Nachfolger. Der Unterschied beider war, dass Muawiya den Islam missbrauchte, Yazid ihn aber zerstören wollte. Jedenfalls wollte Yazid auch den Treueeid vom Enkel des Propheten Hussain as. haben. Selbstverständlich war Hussain dazu nicht bereit, denn Yazid verkörperte nur Unheil und Übles. Man sah ihn oft betrunken auf den Straßen, Verwerfliches singend über den Propheten und seine reine Familie. Wie also konnte der Enkel des Propheten, der für all das Gute im Islam stand, solch einem den Treueeid schwören? Hussain erkannte auch direkt, dass nun die Zeit gekommen war, die Menschen vom Tyrannen zu befreien und noch viel wichtiger, Sie wieder auf den richtigen Weg zu leiten. Hussain ging es in der Schlacht nie darum, Yazid zu besiegen oder ihn zu töten, denn das hätte die Menschen nicht wachgerüttelt. Diese Erkenntnis, führte dann auch dazu, dass der Imam beschloss, nicht in Medina zu bleiben, sondern nach Karbala zu gehen. Damit beginnt die erste Reise des Imams.
Nachdem Hussain beschlossen hatte, zu reisen, besuchte er noch einmal die Gräber seines Großvaters und das von seiner Mutter Fatimah al Zahraa as. .

Danach ging Hussain zum Hause seiner Schwester Sayida Zeinab as. Der Imam berichtete seiner Schwester und ihrem Ehemann, was passiert sei und was er vorhatte. Der Ehemann Zeinabs versuchte, den Imam umzustimmen. Allerdings, hat Hussein as. genau gewusst, dass dies die einzige Möglichkeit war, den Islam zu bewahren. Daher bat er darum, seine Schwester mitnehmen zu dürfen und natürlich willigte Abdullah sofort ein.

Also verließen Hussain und Zeinab Abdullah und gingen zu Hussains Haus. Als dann auch der Rest der Familie von der Reise erfuhr, waren alle dran, ihre Sachen zu packen und sich auf die Reise vorzubereiten. Die kleine Tochter Husseins, Fatimah al-Soghra, war zu der Zeit sehr krank und musste deshalb alles aus ihrem Bett verfolgen. Die ganze Zeit machte sie sich Gedanken, wie denn alle gehen könnten und Sie das Bett hüten musste, doch dazu näheres im 4. Abschnitt unserer Ashoura Episode.

In der Morgendämmerung begann dann die Abreise des Mannes, welcher aufbrach, um eine Mission zu erfüllen, und zwar den Islam mit seinem Leben zu erhalten. Das ist die erste Reise unseres geliebten Imams. Wahrlich diese stärke Hussains muss man haben. Man weiß, dass man in den sicheren Tod reitet, seine Tochter zurücklassend, um ohne jeglichen Zweifel eine Mission zu erfüllen. Der Held? Klar unser geliebter Imam, der aufgrund seiner reinen Familie ohne zu überlegen, direkt verstanden hat, sich für den Islam zu opfern. Die Heldin? Hussains kleine Tochter, die aufgrund ihrer Krankheit das Bett hüten muss, während ihre ganze Familie in den sicheren Tod reitet. In solch einem Fall nicht die Fassung zu verlieren, zeugt nicht nur von purer Willensstärke und Kraft, sondern auch von Geduld und der Beweis für das Blut der Reinen.