Zweige der Religion

Die “Zweige der Religion” sind gemäß der schiitischen Rechtsschule die grundsätzlichen Handlungsprinzipien der Muslime und bestehen aus Handlungen, die namentlich im Heiligen Qur’an erwähnt wurden.

Bei den Zweigen der Religion handelt sich um zehn Handlungsprinzipien:

1. Das Ritualgebet

Die fünf täglichen Ritualgebete sind eine religiöse Pflicht für jeden erwachsenen Muslim, zu vorgeschriebenen festen Zeiten.

2. Das Fasten

Die bekannteste Form des Fastens erfolgt im gesamten Monat Ramadan und ist eine der religiösen Pflichten eines Muslim.

3. Die Zakat

Die Zakat ist eine vermögensabhängige Abgabe. Die einzelnen islamischen Rechtsschulen geben unterschiedliche Angaben über die Höhe des zu zahlenden Satzes an und auf welche Güter die Abgabe zu entfallen habe. Der Muslim soll durch die Zakat lernen, sein Herz nicht an irdischen Besitz zu hängen. Die Abgabe soll ihn von Geldgier und Habsucht reinigen.

4. Die Fünftelabgabe [chums]

Chums ist vereinfacht ausgedrückt eine Art Einkommensteuer gemäß der schiitischen Rechtsschule. Ein Fünftel (20%) des überschüssigen erworbenen Kapitals an einen selbst gewählten Vertreter des 12. Imam abgegeben, damit dieser es auf dem Weg des Islam einsetzt. Die restlichen vier Fünftel sind somit gereinigt.

5. Die Pilgerfahrt

Zu den religösen Plichten eines Muslims gehört die einmalige Pilgerfahrt [Hajj] nach Mekka. Sie ist für jeden Muslim der imstande dazu ist (finanziell, gesundheitlich etc) verpflichtend. Die Zeit der Pilgerfahrt ist der letzte Monat namens Dhul-Hidscha im Islamischen Kalender.

6. Die Anstrengung [Dischhad/Jihad]

Das arabische Wort Jihad bedeutet “Bemühung” oder “Anstrengung” und gehört wohl zu den am häufigsten missverständlich überstetzen Begriffen. Die vollständige Bezeichnung “al-dschihadu fiy sabil-illah”,wörtlich: „die Anstrengung auf Gottes Weg” umfasst sowohl äußere als auch innere Aspekte des Menschen. Man unterscheidet dem “großen” und dem “kleinen” Jihad. Wobei der “große” Jihad der Kampf gegen das Böse im Herzen des eigenen Ich umfasst, der “kleine” Jihad jede andere Form der gottgefälligen Anstrengung, wie z.B. das Stillen der eigenen Kinder beschreibt.

7. Das Gute gebieten und das Schlechte verwehren

“Ihr seid die beste Gemeinde, die für die Menschen entstand. Ihr gebietet das Gute und ihr verbietet das Schlechte …” (Heiliger Quran 3:110).Das Prinzip Gutes gebieten und Schlechtes verwehren findet ihre häufigste Anwendung bei der Kindererziehung.Wenn das Ziel mit einer einfachen Stufe erzielt werden kann, ist es nicht zulässig, höhere (strengere) Stufen anzuwenden.

Das heißt, dass es nicht zulässig ist, eine Strafe anzuordnen, wenn bereits der freundliche Hinweis ausreicht um das Schlecht abzuwehren.

8. Der Liebeserweis [tawalla]

Damit ist die Liebe zum Propheten Muhammad und seine Ahlul Bayt (Frieden und segen sei auf ihm und auf ihnen) gemeint, die jeder Muslim mit einem Segnungsbittgebet [salawat] in seinem Ritualgebet grüßen muss, damit sein Ritualgebet gültig ist. Der Liebeserweis [tawalla] geht auf den Verse 42:23 im Heiligen Quran zurück. Das Segnungsbittgebet lautet wie folgt: “Allah unser, segne Muhammad und die Familie Muhammads” (Allahumma salli ala muhammad wa aali muhammad).

10. Die Lossagung [tabarra]

Der letzte Punkt beschreibt die Lossagung von den Feinden der reinen Prophetenfamilie,der Ahlul Bayt (Frieden und Segen sei auf ihnen) und hängt somit mit dem Punkt dem Liebeserweis zusammen. Die Lossagung betrifft jene, die aktiv und gleichzeitig lebensbedrohlich und/oder in schwerwiegender Weise die Ehre, Würde oder das Leben durch ihre Feindschaft zu der Ahlul Bayt (Frieden und Segen sei auf Ihnen) gefährden.

Erst wenn die Seele im Herzen, die unter der Kontrolle des Menschen steht, im Einklang mit seinem Geist steht, erreicht der Mensch Erlösung. Allah baut Seinen Thron im Herzen eines vom Glauben überzeugten Menschen.

Der Islam steht für Untwerfung unter Gott und verspricht dem Menschen Glückseeligkeit durch wahre Regeln. Für einige ist der Islam nichts anderes als Vorschriften und Gesetze an die man sich zu halten hat, doch für die welche den Islam verstanden haben, ist es eine perfekte Lebensvorstellung. Der Islam spricht davon miteinander auszukommen,miteinander zu leben und einander zu helfen. Die islamische Lehre steht für nächsten Liebe, Barmherzigkeit ,Frieden und ist einen monotheistische Einheit aller Lebensbereiche.