Die Schlacht von Badr

Was geschah in der Schlacht von Badr?

Im Namen Allahs, Allerbarmers, des Allbarmherzigen und Allahs Segen sei auf Mohammad und seine reine Familie.

Es ist uns allen bekannt, dass es in der islamischen Geschichte viele Kriege und Schlachten gab. Dies weilen aus den verschiedensten Gründen. Der wichtigste Grund allerdings bestand darin, dass der noch junge und erblühende Islam viele Feinde hatte. Und mit diesem Motiv ging auch die mit erste und ausschlaggebende Schlacht von Badr, die im weiteren Verlauf des Islam eine grundlegende Rolle spielen sollte, los. Diese führte im Verlauf dazu, dass die Muslime, trotz der Minderheit der Anhänger derzeit ein ernstzunehmender und respektabler Gegner darstellen sollte.

Zunächst aber ein paar Fakten; Badr ist eine kleine Ortschaft der Provinz Medina. Die Schlacht fand am 17. Ramadan im Jahre 2 n.d.H. (17. März 624 n. Chr.) statt. Zu dieser Zeit war die islamische Gemeinschaft noch sehr jung und sie hatte nur sehr wenige Anhänger. Nachdem sie nach Medina ausgewandert war, fand sie dort immer mehr Gefolge. Gelegentliche Beutezüge auf Handelskarawanen konnte die wachsende Anhängerschaft nicht mindern. Dies erboste vor allem die Quraisch, der herrschende, götzenanbetende Stamm in Mekka, sehr.

 

Eines Tages kam es dazu, dass eine große Handelskarawane, die von dem quraischitischen Machthaber Abu Sufyan angeführt wurde von Scham zurück nach Mekka reiste. Die Muslime planten diese zu überfallen, um die Quraisch erstens zu schwächen und zweitens um ihren Einfluss und Macht in der Welt zu untermauern. Abu Sufyan weichte von seiner geplanten Route, die über Medina ging, ab und lief an der Küste entlang. Dort wollten die Medineser die Karawane abfangen. Die Quraischiten bekamen das mit und nahmen dies als Anlass die Muslime endgültig zu eliminieren, bevor das Ansehen und die Anhängerschaft weiter wuchsen. So wurden die Muslime mit ca. 950 Mann und Pferd in Badr von den Quraisch abgefangen. Ungefähr dreimal so viele, wie es die Muslime waren. Die Anzahl der Muslime hingegen betrug  etwa nur 314, mit dem Propheten (s.). (Nach den Überlieferungen  ist dies auch die Anzahl der Mitglieder, die mit Gottes Geheiß, mit Imam Mahdi (aj.) die Befreiung der Welt von Unrecht anführen wird.).

In der damaligen Zeit war es üblich, die anfängliche Schlacht mit Einzelkämpfen einzuleiten, um einen eventuellen Sieger festzustellen. Der Oberstbefehlshaber der Götzen verlangte dafür ebenbürtige Gegner. Nachdem sich 3 Ansar (Helfer) der Muslime bereit erklärt hatten, lehnte dieser jedoch ab. Es sollten Mitglieder aus dem Hause Mohammmeds (s.) sein. Der heilige Prophet (s.) bestimmte dafür daher den Fürst der Gläubigen Imam Ali (as.), Hamza Ibn Abu al Mutallib (r.), der Onkel des Propheten (s.), und Ubayda Ibn Harith Ibn Mutallib (r.), der Cousin des Propheten (s.). Den Anfang machte Imam Ali (as.). Er trat im Kampf gegen Walid Ibn Utba  an. Nach schon kurzer Zeit tötete er ihn. Auch Hamza (r.) tötete seinen Gegner Schaiba Ibn Rabia nach kurzer Zeit. Ubayda Ibn Harith (r.) wurde im Kampf gegen Utbah Ibn Rabia verletzt. Und so kamen ihn Imam Ali (as.) und Hamza (r.) zur Hilfe und töteten auch ihn. Ubayda (r.) erlag später seinen Verletzungen und wurde somit zum ersten Märtyrer von der Schlacht von Badr. Die Götzendiener bekamen es zuweilen mit der Angst zu tun, da diese starken Befehlshaber derart (schnell) getötet wurden. Es folgten weitere Einzelkämpfe Imam Ali`s (as.) mit namenhaften, ernstzunehmenden und gefürchteten Gegnern. Aus der Schlacht von Badr gingen aus quraischitischer Seite ungefähr siebzig Tote aus. Von denen soll Imam Ali (as.) die Hälfte getötet haben.

 

Diese Schlacht von Badr wird vor allem dadurch geprägt, dass Allah (swt.) Engel hinabsandte, um den Muslimen beizustehen. Denn viele der Muslime hatten Angst und kamen eher widerwillig mit.  Im heiligen Koran heißt es dazu: „Allah hat euch doch schon in Badr geholfen, als ihr verächtlich erschient. Darum fürchtet Allah, auf dass ihr dankbar sein möget!

Als du zu den Gläubigen sagtest: Genüget es euch denn nicht, dass euch euer Herr mit dreitausend herabgesandten Engeln unterstützt?

Ja doch! Wenn ihr standhaft seid und gottesfürchtig und sie unverzüglich über euch kommen, unterstützt euch euer Herr mit fünftausend gekennzeichneten Engeln.“ (3: 123-125)

Zudem sandte Allah (swt.) folgenden Vers diesbezüglich hinab:

„ Ihr hattet ja ein Zeichen in zwei Scharen, die aufeinandertrafen; Die Eine kämpfte auf Allahs Weg und eine andere, ungläubige. Sie sahen sie dem Augenschein nach zweimal so viele wie sie (selbst waren). Und Allah stärkt mit Seiner Hilfe wen Er will. Darin ist wahrlich eine Lehre für diejenigen, die Einsicht besitzen.“ (Der heilige Koran; 3-13)

Die Muslime kämpften auch mit einer ausgeklügelten Verteidigungsstrategie, die ebenfalls dazu führte, dass sie diese Schlacht für sich entscheiden konnten. Sie behielten die Beute  als auch die Gefangenen. Auf Befehl des Propheten Mohammed (s.) sollten sie diese gut behandeln. Einige der Gefangenen traten zum Islam über und wurden frei gelassen.

Aber wieso war es wichtig für die Muslime diese erste große Schlacht zu gewinnen? Wie bereits oben erwähnt waren die Muslime eine noch sehr junge und ärmlichere Gemeinde. Durch den Gewinn gegen den stärksten und einflussreichsten Stamm von Mekka, der Quraisch, die den Propheten (s.) regelrecht aus seiner Heimatstadt gejagt hatten, stieg das Ansehen und der Ruf der Muslime an. Vor allem, da die Muslime zahlenmäßig viel unterlegener waren. Dies machte Eindruck und viele Menschen schlossen sich der weilen dem Islam an. Ein derartig außergewöhnlicher Sieg war also wichtig, damit der Islam endlich in seiner vollen Blüte aufgehen konnte.