Fatima Zahraa/Fatima bint Rasulullah (as)

Vor der Offenbarung des Islams hatte die Frau in der damaligen Zeit eine sehr niedrige Stellung. Doch der Islam schrieb der Frau eine sehr wichtige Rolle zu. Der Koran selbst spricht Männer und Frauen gleichermaßen an. Der Prophet des Islams (s. a. s) veränderte die Haltung der Gesellschaft und verhalf der Frau wieder zu einem würdigen Leben.
Fatima Al Zahraa (a. s.) ist das beste Beispiel hierfür. Als einzige Frau wird sie zusammen mit dem Propheten Mohammad (s. a. s.) und den Zwölf Imamen zu den „Vierzehn Unfehlbaren“ gezählt.

Ihre Kindheit
Sie wurde am 20. Dschumādā th-thāniya 8 v.d.H. geboren und ist die Tochter von Prophet Mohammad (s. a. s.) und Chadidscha (a. s.).
Der Gesandte Gottes(s. a. s.) sagt: “Fatimas Zufriedenheit ist meine Zufriedenheit; ihr Zorn ist mein Zorn. Wer Fatima liebt, liebt mich, wer ihr Freude macht, macht mir Freude; wer sie verärgert, verärgert mich.”
Fatima (a. s.) hatte keine einfache Kindheit, da es damals gewaltige Aufstände gegen die Muslime gab, und verlor in den schwierigen Jahren zudem ihre Mutter Chadidscha (a. s.). Als ihre Mutter starb, war sie gerade erst 6 Jahre alt. Dennoch übernahm sie alle Aufgaben im Haus, kümmerte sich um ihren Vater, wenn er z. B. geschunden und verletzt nach Hause kam, und munterte ihn wieder auf.

Die Ehe mit Imam Ali (a. s.)
Abu Bakr, Umar, Abdul Rahman und Uthman hielten um Fatimas Hand an, aber alle bekamen eine Abweisung vom Propheten. Allah(s. w. t.) ließ ihn wissen, dass er das Licht nur mit dem Licht verheiraten sollte, und dies hieß: Fatima az-Zahra (a. s.) mit Ali (a. s.).
Ali (a. s.) bat um ihre Hand an und bekam vom Propheten und seiner Tochter die Zustimmung. Die Ehe Ali und Fatimas, der Friede Allahs sei mit ihnen, war geprägt von Liebe, Ermutigung, Verständnis, Treue, Zärtlichkeit, Umsicht und Zuneigung. Sie lebten immer in äußerster Bescheidenheit, halfen einander und respektierten sich. Ihre Kinder sind Imam Hassan (a.), Imam Hussain (a.), Zainab (a.) und Umm Kulthum (a.).

Ihre Stellung im Islam
Fatima (a. s.) ist das Verbindungsglied zwischen Prophetentum und Imamat, und ein Mitglied der Ahl-ul-Bait (a. s.). Sie ist gemäß den Überlieferungen “die Mutter der Frauen der Welten” (arab. umm an-nisa al-alamin). Außerdem ist ihr die Sure 108 (Die Überfülle des Guten) gewidmet.

Eine schwere Zeit
Fatima (a. s.) erlebte voller Trauer das Ableben ihres Vaters. Kurz vor seinem Ableben hat der Prophet (s. a. s.) ihr etwas ins Ohr flüstert, wobei sie freudig erstrahlt, denn sie hat von ihrem Vater erfahren, dass sie die erste der Ahl-ul-Bait (a. s.) sein wird, welche ihm folgt.
Außerdem verfasste Imam Ali (a. s.) in dieser Zeit ein Werk für Fatima (a. s.). Von ihren reinen Söhnen wurde es das Buch Fatimas (arab. mushaf fatima) genannt. Schiiten glauben, dass es Imam Mahdi (a.) bei sich hat. Teile daraus wurden als “Sahifat-ul-Fatimiya” veröffentlicht.
Da die Arbeit sie sehr erschöpfte, bat Ali (a. s.) eines Tages den Propheten ihr eine Haushilfe zu besorgen. Stattdessen sagte Prophet Mohammad (s. a. s.) zu seiner Tochter, sie solle 34 mal Allahu akbar, 33 mal Alhamdulillah und 33 mal Subhanallah sagen, um die Dinge des irdischen Lebens bewältigen zu können, als auch im jenseitigen Leben erfolgreich dazustehen. Auf diese Art und Weise lobpries Fatima (a. s.) Allah (s. w. t.) täglich nach dem Gebet, deshalb nennt man diese Lobpreisung „Tasbih Fatima“.

Ihr Begräbnis
Sie starb am 3. Dschumada al-Uchra im Jahre 11 n.d.H. (nach anderen Überlieferungen am 10. Dschumada al-Uchra oder 13. Dschumada al-Ula) als Folge der schweren Verletzung, die sie sich hochschwanger zugezogen hatte, als sie die Haustür vor dem Eindringen von Abu Bakr und Umar ibn Chattab zuhielt und sie gewaltsam eingetreten wurde. In ihrem Testament bat Fatima (a. s.) Imam Ali (a. s.) darum, ihren Körper in der Nacht in einer Totenbahre zum Grab zu tragen, damit niemand sie sieht und ihr Grab unbekannt bleibt. Daher ist sie die einzige große Persönlichkeit der islamischen Frühgeschichte, deren Grabstätte unbekannt ist. Schiiten glauben, dass Imam Mahdi (a.) die Grabstätte kennt und seinen Anhängern mitteilen wird, wenn er erscheint.

Interessanter Fakt
In Portugal gibt es einen Ort namens Fátima, der einer der bekannteste Wallfahrtsorte für katholische Christen ist, weil dort drei Kindern die Heilige Maria (a. s.) erschienen sei und ihnen mehrere Prophezeiungen gegeben haben soll.