Donnerstag , 21 November 2019

Neun Weisheiten des Fastens

„O ihr, die ihr glaubt! Vorgeschrieben ist euch das Fasten wie es denen vor euch vorgeschrieben wurde, auf dass ihr gottesfürchtig werdet.“ (Koran, 2:183).)

Allah (swt.) hat uns das Fasten nicht zur Pflicht gemacht, um uns mit Hunger und Durst zu quälen, sondern damit wir uns selbst erziehen und gottesfürchtig werden, wie auch Allah (swt.) Dankbarkeit für die göttlichen Gaben zeigen. Das Fasten im Monat Ramadan, eines der fünf Säulen des Islams, ist voller Weisheiten. Denn Allah (swt.)  befiehlt uns nichts, was uns nicht gut tut.

 

  1. Das Fasten als Dienerschaft

Fasten ist ein Instrument um Frömmigkeit (arab.: Taqwa) zu erlangen und das zu tun, was Allah (swt) uns vorgeschrieben hat und das zu unterlassen, was Er uns verboten hat. Man folgt den Anweisungen Allahs (swt.) und widersteht dem Gelüst. Das Gedenken Allahs (swt.) verstärkt sich und man bedacht, dass Er alles sieht. Es ist ebenfalls eine große Gelegenheit zu Allah (swt.) zu rufen, indem die Herzen der Menschen in die Moschee drängen und Allah (swt.) dienen.

 

  1. Das Fasten als Gottesfurcht

Wie im oben genannten Vers des Korans, macht Allah die Gottesfurcht zur Konsequenz des Fastens „auf dass ihr gottesfürchtig werdet“ (2:183). Denn wer fastet und trotzdem sündigt, auf den wirkt das Fasten nicht und dieser besitzt keine Gottesfurcht.

Der Prophet Mohammad (saaw.) sagt: „Wer sich dem Nutzlosen (und sogar schädlichen) Gereden, denen entsprechenden Handeln und der Torheit nicht enthält, dann ist es Allah nicht nötig, dass dieser sich seinem Essen und Trinken enthält.“

 

  1. Das Fasten als Ausdruck der Dankbarkeit

In Ramadan wird einem bewusst, dass man für die Dinge dankbar ist, die man für selbstverständlich hält. Sobald man nicht mehr essen und trinken darf, fängt man an dieses Fehlen wertzuschätzen. Es ist nicht mehr wie gewohnt vorhanden und man erkennt den Segen Allahs. Daraufhin fängt man an die Dinge wahrzunehmen, sie wertzuschätzen und man dankt Allah für deren Besitz.

 

  1. Das Fasten als Selbstdisziplinierung

Man trainiert sich selbst in Bezug auf die Aufrichtigkeit (arab.: Ikhlas), denn niemand würde es merken, wenn man in Abwesenheit anderer etwas isst oder trinkt, außer Allah. Der Verzicht auf gewisse Genuss- und Nahrungsmittel stärkt die Geduld und Selbstüberwindung.

 

  1. Das Fasten als Reinigung der Seele

Die schlechten Charaktereigenschaften werden bekämpft und entfernt, so wird der Körper entlastet. Das Herz ist fähig seine Zärtlichkeit aufrecht zu erhalten, weil die Wünsche nicht gesucht werden, sondern vermieden werden. Es hilft gegen den belasteten Stolz seines Egos. Fasten erniedrigt den Teufel (arab.: Schaytan) und schwächt den Effekt seines Flüsterns auf den Menschen, welcher dann seine Sünden reduziert. Die Blutgefäße, worin sich der Teufel befindet, werden eingeengt.

 

  1. Das Fasten als Training der Standhaftigkeit und Selbstkontrolle

Der Fastende kommt in eine Lage seine Bedürfnisse zu kontrollieren, denn wenn jemand satt ist, wachsen seine Bedürfnisse und wenn jemand hungrig ist, werden seine Bedürfnisse schwach.

„Oh ihr jungen Leute! Wer immer unter euch die Möglichkeit hat zu heiraten, lasst ihn es tun, denn es ist sehr effektiv bei der Herabsenkung des Blickes und schützt der eigenen Reinheit. Wer immer dies nicht tun kann, lasst ihn fasten, denn es wird ein Schutzschild für ihn sein.“ (Prophet Mohammad (saaw.))

 

  1. Das Fasten als materielle und geistige Diät

Medizinisch betrachtet ist das Fasten eine Kur. Denn solange sich der Mensch zügellos in Bezug auf Essen und Trinken verhält, erleidet er gesundheitliche Schäden und vergiftet sein geistiges Leben, da er alles Verfügbare zu sich nimmt. Der Mensch verliert die Macht über sich selbst. Im Ramadan aber, gewöhnt sich der Mensch an eine Art Diät, so wird der Magen von Krankheit verschont und ein Überessen vermieden.

 

  1. Das Fasten zur Bewahrung der Gliedmaßen von Sünden

Es besteht die Möglichkeit verbotene (arab.: haram) Dinge aufzugeben und sich auf Dauer davon fernzuhalten, denn vor allem im Ramadan will man das Fasten richtig verrichten und kommt den Sünden nicht näher. Wenn der Mensch hungrig ist, so sind viele Sinne davon betroffen. Doch wenn der Mensch satt ist, so bleiben seine Zunge, Augen, Hände und sein Geschlechtsteil hungrig. Deshalb führt das Fasten zum Bruch der sündigen Gelüste und zum Schutz der Gliedmaßen und Seele.

 

  1. Das Fasten als Erinnerung an die Armen und Hungernden

Das Fasten lehrt den Menschen mit den Armen mitzufühlen und sich in ihre Lage hineinzuversetzen, denn wenn er den Schmerz des Hungers oder des Durstes erfährt, auch wenn es nur für eine kurze Zeit ist, erinnert er sich an die Hungernden, welche immer in solch einer Situation leben. Es ist ein Unterschied nur vom Hunger zu hören oder ihn am eigenen Leib zu erfahren. So soll der Fastende den Armen gegenüber hilfsbereit, bescheiden und mitfühlend werden.

Das Fasten im heiligen Monat Ramadan ist also voller Weisheiten, die die Seele und den Körper reinigen. Es hilft Allah leichter zu gehorchen und seinen Anweisungen zu folgen. Man entledigt sich der Angewohnheiten und Begierden. Denn wer auf freien Willen fastet, obwohl er die Möglichkeit hat heimlich sein Fasten zu brechen, der ist gottesfürchtig und dessen Fasten ist zu einer aufrichtigen Anbetungshandlung geworden.