Die Voraussetzungen des Fastens

Der Gesandte Allahs (saas.) sagte zu Gabir ibn Abdullah Ansari:

„O Gabir! Wer im Monat Ramadan jeden Tag fastet und zu nächtlicher Stunde Gottes gedenkt, statt sich dem Schlaf hinzugeben, bewahrt seinen Magen vor unerlaubten, seinen Schoß vor Sünde und seine Zunge vor hässlicher Rede. Wenn er dann den Monat Ramadan gefastet hat, lässt er – ebenso wie er den Fastenmonat hinter sich zurücklässt – auch seine Sünden hinter sich zurück.“ Gabir antwortete: „Oh Gesandter Allahs! Wie erfreulich ist doch diese Mitteilung!“

Der Prophet (saas.) daraufhin: „Oh Gabir! Wie schwer sind aber auch die Bedingungen.“

Sowohl für die Verpflichtung als auch für die Gültigkeit des Fastens müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Sollte einer der Punkte zutreffend sein, ist das Fasten im heiligen Monat nicht verpflichtend oder ungültig. Das Fasten besteht, wie wir bereits wissen, nicht nur aus dem Verzicht auf Nahrung und auch nicht nur aus dem Verspüren des Gefühls von Hunger und Durst, sondern es steckt viel mehr hinter der Weisheit Gottes, als er uns das Fasten während dem heiligen Monat Ramadan als Pflicht auferlegte.

Folgende Voraussetzungen gelten für die Verpflichtung zum Fasten:

  1. die Vernunft (al-aql)
  2. die religiöse Reife (al-buluugh) muss erreicht sein
  3. man muss die Fähigkeit (al-qudrah) bestitzen, fasten zu können.
  4. man muss bei vollem und klaren Bewusstsein sein
  5. die Frauen dürfen sich nicht in der Phase der Monats- oder Wochenbettblutung befinden
  6. das Fasten darf weder gesundheitlich schädlich noch schwierig sein
  7. man darf sich nicht auf Reisen befinden, welche zum Fastenbruch führen bzw. welche vom Fasten befreien

Folgende Voraussetzungen müssen erfüllt sein, um die Gültigkeit des Fastens zu wahren:

  1. Islam und Glaube
  2. die Vernunft (al-aql)
  3. man muss bei vollem und klaren Bewusstsein sein
  4. das Fasten darf weder gesundheitlich schädelich noch schwierig sein
  5. man darf sich nicht auf Reisen befinden, welche zum Fastenbruch führen bzw. welche vom Fasten befreien
  6. dass man sich von den Fastenbrechern enthält

Es sollte auch erwähnt werden, dass die Absicht zum Fasten ebenso eine Bedingung ist, welche erfüllt sein muss, um die Gültigkeit des Fastens wahren. Dabei reicht es aus, die Absicht still im Herzen zu fassen.

Der Islam als Religion sowie der Glaube im Herzen müssen vorhanden sein, um das Fasten verpflichtend sowie gültig zu machen.

Ebenso muss der Menschen vernünftig, sowie bei klarem Bewusstsein sein, damit sowohl die Verpflichtung und Gültigkeit zustande kommt. Ein Rausch verpflichtet zwar zum Fasten, die Gültigkeit erlischt allerdings. Somit muss das Fasten nachgeholt werden. Die Bewusstlosigkeit befreit von der Verpflichtung des Fastens, sollte die Bewusstlosigkeit (z.B durch einen Rausch) selbst hervorgerufen worden sein, müssen die versäumten Tage nachgeholt werden. Die Vernunft kann z.B durch eine psychische Erkrankung eingeschränkt werden, die den Menschen nicht mehr Herr seiner Sinne lässt. Auch dies befreit von der Verpflichtung zum Fasten.

Die religiöse Reife ist eine Bedingung zur Verpflichtung allerdings nicht zur Gültigkeit des Fastens, d.h. ein junger Mensch, welcher noch nicht die religiöse Reife erreicht hat, ist zwar nicht zum Fasten verpflichtet, allerdings ist sein Fasten bei Allah (swt) gültig.

Mädchen erreichen die religiöse Reife mit 9 Mondjahren, Jungs mit 15 Mondjahren. Sollten die Kinder zum Fasten verpflichtet sein, dies allerdings gesundheitliche Schäden oder Schwierigkeiten mit sich bringen, so ist es erlaubt, das Fasten zu brechen, die Tage allerdings nachzufasten, ist verpflichtend.

Für Frauen, die zum Zeitpunkt des Fastens menstruieren oder im Wochenbett liegen, ist es weder verpflichtend noch ist das Fasten gültig, ja es ist sogar verboten, für sie zu fasten. Die Tage der Mensturationsblutung müssen nachgeholt werden.

Unter der Fähigkeit, zu fasten, versteht man die körperliche Eignung zum Fasten. Sollte jemand körperlich nicht dazu im Stande sein, gar gesundheitliche Schäden mit sich tragen, ist man zum Fastenbrechen verpflichtet und muss das Fasten zu einem späteren Zeitpunkt nachholen. Das Fasten würde hierbei auch an seiner Gültigkeit verlieren. Außerdem muss man sicher gehen, dass man an keinen Krankheiten leidet, welche das Fasten aufgrund von Schmerzen oder eines verspäteten Genesungsprozesses ungültig machen.

Eine weitere Bedingung stellt das Reisen dar. Der Fastende muss sicher stellen, dass er sich nicht auf einer Reise befindet, welche, nach islamischen Recht gesehen, zum Fastenbrechen führt.

Eine Ausnahme stellt dabei die Entfernung dar, bei welcher man auch noch normal, sprich nicht verkürzt, betet. Dies ist z.B beim täglichen Weg zur Uni oder zum Arbeitsplatz (die evtl. weiter entfernt liegen) sowie bei beruflichen Tätigkeiten des Taxifahrers oder Piloten der Fall.