Verwerfliche Taten

Fasten, was bedeutet das? Warum fasten Muslime? Was ist der Sinn des Fastens?

Diese oder ähnliche Fragen stellen sich Jahr für Jahr viele Nichtmuslime. Fasten bedeutet so viel wie „Verweigerung einer Handlung“. Es ist dabei nicht wichtig, ob man das Essen, das Trinken, das Schlafen oder auch das Reden verweigert.

Das islamische Fasten hingegen verlangt, dass man sich nur von einigen Dingen fernhält. Diese werden aus islamischer Sicht „Fastenbrecher“ (mufat`iraat) genannt.  Das Fasten gehört neben dem Gebet oder der Pilgerfahrt zu den Pflichtbestandteilen des Islams. Dabei soll dies eine Schule der Selbstbeherrschung und der Menschlichkeit sein.  Für einen Muslim ist es sehr wichtig zu wissen, ob sein Fasten gültig ist. Hierfür muss dieser sich von den sogenannten Fastenbrechern (mufat`tiraat) fernhalten.

In dieser kleinen Zusammenfassung sollen die Fastenbrecher näher erläutert werden. Sie werden als verwerfliche Taten eingestuft, weil sie das Fasten ungültig machen. Es gibt zehn Dinge, von denen sich ein Fastender fernhalten muss. Dazu gehören:

1.    Essen
2.    Trinken
3.    Geschlechtsverkehr
4.    Samenerguss
5.    absichtlich auf dem Janaba-Zustand, der Unreinheit der Regelblutung (al-h`ayd) oder dem Wochenbett (an-nifaas) zu verbleiben
6.    absichtlich über Allah, dem Erhabenen, Seinem Gesandten (s)  und den reinen Imamen (s.a.)  Lügen zu verbreiten
7.    das komplette Untertauchen des Kopfes in Wasser
8.    das Erreichen von dichtem Staub in den Rachenraum
9.    der flüssige Einfluss
10.  das absichtliche Erbrechen.

Nachfolgend, soll auf den einzelnen Punkten etwas näher eingegangen werden. Es ist leider nicht möglich sehr ausführlich zu erläutern, was das Fasten ungültig macht, da es in dieser Hinsicht sehr viele, auch auf einzelne Fälle bezogene, Rechtsurteile (Fatwas) gibt. Daher soll dies nur eine kleine Zusammenfassung darstellen.

Für einen Muslim ist es verpflichtend, von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang sich von Essen und Trinken fernzuhalten. Im arabischen sagt man dazu imsaak. Der Muslim muss nicht nur auf Brot und Wasser verzichten, sondern auch auf alles, was nicht direkt mit Essen und Trinken verbunden wird. Dazu gehört zum Beispiel das Parfum.

Während des Fastens darf der Muslim keinen absichtlichen Geschlechtsverkehr haben, sonst ist sein Fasten ungültig. Der Tag muss sonst nachgeholt und die Sühne dafür geleistet werden.  Ebenfalls zu den verwerflichen Taten zählt der absichtliche Samenerguss sowie Taten, die den Samenerguss hervorrufen können. In diesem Fall ist das Fasten nicht nur ungültig. Denn der Fastenbrecher muss den Tag auch nachholen und die Sühne leisten.

Verbleibt der Muslim absichtlich im Janaba-Zustand (d.h. der Zustand nach dem Geschlechtsverkehr oder Samenerguss) und vollzieht nicht die rituelle Ganzkörperreinigung noch vor dem Frühgebet (al-fajr), so ist sein fasten ungültig. Er muss nachholen und Sühne leisten.  Dasselbe gilt für eine Frau nach der Regelblutung oder nach dem Wochenbett. Hat die jeweilige Blutung aufgehört und die Frau möchte fasten, dann muss sie noch vor dem Frühgebet die rituelle Ganzkörperreinigung vollziehen. Tut sie dieses absichtlich nicht, dann gilt das gleiche wie beim Janaba-Zustand.

Verbreitet man absichtlich Lügen über Allah den Erhabenen und Seinen Gesandten Mohammad (saaw.) so ist das Fasten ungültig. Im Bezug auf Lügen über die reinen Imame (as.) und alle anderen Propheten (saaw.) sowie Sayyida az-Zahraa (as.) so ist das Fasten als pflichtgebundene Maßnahme ungültig.  Es ist für den Fastenden verboten, seinen ganzen Kopf unter Wasser zu tauchen, da dies sein Fasten ungültig macht.  Lässt der Fastende absichtlich dichten Staub in seinen Rachenraum gelangen, dann ist auch hier als pflichtgebundene Vorsichtsmaßnahme das Fasten ungültig.  Bekommt der Fastende einen flüssigen Einfluss, auch wenn dabei eine Krankheit behandelt werden muss, so ist auch hier sein Fasten ungültig. Wobei der „trockene“ Einfluss z. B. ein Zäpfchen das Fasten nicht ungültig macht.  Wenn man absichtlich erbricht, dann ist auch in diesem Fall das Fasten ungültig.

Für eine sehr ausführliche Erläuterung in Hinsicht auf das gültige Fasten sei hier auf das Buch vom Nûm-Zentrum, Rechtsurteile des Fastens, aus dem Jahre 2013, verwiesen.