Gebet

Das rituelle Gebet

Inhaltsverzeichnis

  1. Gründe und Nutzen
  2. Die Pflichgebete
    1. Die täglichen 5 Pflichtgebete
    2. Gebet des Reisenden
    3. Das Ayat Gebet
    4. Das Totengebet
    5. Das Freitagsgebet
    6. Das Gebet bei der Umrundung der Kaaba
  3. Empfohlene Gebete
    1. Das Nacht Gebet (Salat al-Layl)
    2. Nafila Gebet
    3. Gebete für jeden Nacht
    4. Sonntagsgebet
  4. Waschungen
    1. Die Reinheit (al-Tahara)
    2. Unreine Zustände (Waqt al-Nijasa)
    3. Gebetswaschung (al-Wudu’)
    4. Ganzkörperwaschung (al-Ghusul)
    5. Trockenreinigung (al-Tayyamun)
    6. Ungültikkeiten
  5. Orte der Verrichtung
  6. Gebetsrichtung (Qibla)
  7. Zeiten für die tägliche Praktizierung
  8. Gebetseinheiten der Shiiten
  9. Gebetsutensilien
  10. Erläuterung des Gebetssteins (al-Turbah)
  11. Gebetsaufruf
    1. Der erste Aufruf (Adhan)
    2. Der zweite Aufruf (Iqama)
  12. Wiederholung verpasster Gebete (Qadah)
  13. Beten auf Reisen (Qasr)
  14. Säulen des Gebets
  15. Stellung des Gebets
  16. Beachtung der Taten vor und nachdem Gebet
    1. Empfohlene Taten (mustahab)
    2. Verpöhnte Taten (makruh)
    3. Verbotene Taten (haram)
  17. Verbesserungsvorschläge und Tipps

Man kann auf verschiedenste Weise seinen Dank an Allah (s.w.t.) zeigen. Eine Art und Weise ihm zu danken, ist der Gottesdienst. Das fünfmalige Verrichten des Gebets ist eine Erinnerung an Allah (s.w.t.). Es wurde dem Menschen zur Pflicht gemacht, damit der Glaube und die Religion nicht in Vergessenheit geraten.
Wenn das Gebet aus tiefem Herzen kommt, wird der Betende die Nähe Gottes spüren. Dazu gibt es eine interessante Studie, die belegt, dass beim Gebet dieselbe Aktivität im Gehirn erscheint, die bei einer sozialen Begegnung mit einem Mitmenschen auftritt. Das heißt, dass das Gebet eine Zwiesprache mit Gott ist.

Der Mensch ist ein zweidimensionales Wesen. Eine Dimension ist die reine Veranlagung, die andere, die triebhafte Natur, die zu Schlechtigkeiten und Verderbtheit führt. Im Koran steht: „Gewiss, das Gebet hält davon ab, das Schändliche und das Verwerfliche (zu tun)“. Das heißt, dass das Gebet einen davon abhält, abscheuliche und unwürdige Taten zu begehen. Der Gesandte Gottes (s.a.s.) sprach: „Die fünf Gebete gleichen einem vor euren Häusern fließenden Bach mit klarem Wasser, in dem man sich fünfmal am Tag wäscht und von allem Schmutz reinigt.“
Doch an dieser Stelle muss man erwähnen, dass es viele Weisheiten im Gebet gibt, die nur Gott kennt und für uns noch ungeklärt sind.

Die fünf Gebete haben einen genauen Zeitraum, in dem sie dargebracht werden müssen. Wie aus der Sunna des Propheten (s.a.s) hervorgeht, hat er seine Gebete an fünf Zeitpunkten des Tages verrichtet und manchmal hat er auch drei Gebetszeiten am Tag berücksichtigt. Das heißt, er hat das Morgengebet zu Zeit des Morgengebets, das Mittags- und Nachmittagsgebet zu Zeit des Mittagsgebets und das Abend- und Nachtgebet zu Zeit des Abendgebets verrichtet.

1. Das Morgengebet (arab. salaat-ul-fadschr)

Es wird in der Zeit zwischen dem Anbruch der Morgendämmerung und dem Sonnenaufgang gebetet.

2. Das Mittagsgebet (arab. salat-uzh-zhuhr)

Es wird ab dem Moment, da die Sonne ihren Höchststand überschritten hat bis zu der Zeitspanne, die nötig ist, um es vor Sonnenuntergang zu verrichten.

3. Das Nachmittagsgebet (arab. salaat-ul-assr)

Dieses Gebet muss vor Sonnenuntergang verrichtet werden. Wie in der vorherigen Frage bereits geklärt wurde, kann das Nachmittagsgebet unmittelbar auf das Mittagsgebet folgen.

4. Das Abendgebet (arab. sala-tul-maghrib)

Dieses Gebet wird nach Sonnenuntergang verrichtet. Dabei muss der rötliche Schimmer am Horizont verschwinden, d. h. etwa 15 Minuten nachdem die Sonne untergegangen ist.

5. Das Nachtgebet (arab. salat-ul-i’schaa)

Dieses Gebet kann unmittelbar nach dem Abendgebet verrichtet werden, aber auf jeden Fall vor Mitternacht.

  • Gebetsteppich
  • Gebetskleidung (wenn möglich weiß)
  • Gebetsstein
  • Gebetskette (arab. Sibha)

Es kommt oft zu Missverständnissen, wenn Schiiten auf einem Gebetsstein beten. Viele denken, die Schiiten würden den Stein anbeten, was natürlich nicht stimmt. Der Prophet (s.a.s.) selbst vollzog seine Niederwerfung auf Erde bzw. Ton. Hier sind einige sunnitische Überlieferungen (arab. Hadithe) aufgestellt, die ebenfalls zeigen, dass das Beten auf der sogenannten „Turbah“ eine Sunna des Gesandten Gottes (s.a.s) ist.

  1. Der Prophet (s.a.s.) berührte mit seiner Stirn und Nase die Erde beim Niederwerfen.
    Sunan Al-Tirmidhi, Kitab Al-Salat Nr.250
    Mit leichter Abweichung: Sunan Abu Dawud, Kitab Al-Salat Nr.527
    Mit leichter Abweichung: Musnad Ahmad, Musnad Kufiyyin Nr. 18101 und Nr. 18109
  2. Der heilige Prophet (s.a.s.) sagte: “Eure Gebete werden nicht wahr sein, außer ihr führt die Gebetswaschungen (Wu’zu / Tayammum) aus…und platziert eure Gesichter (oder Stirne) auf Erde.“
    Sunan Abu Dawud, Kitab Al-Salat Nr. 730
  1. Die Absicht (arab. Niyya)
  2. Das Sagen “allahu akbar” und Aufheben beider Hände am Anfang des Gebets (arab. Takbirat ul-ihram)
  3. Das Stehen während des Takbirat ul-ihram und vor der Verbeugung (arab. Al-Qiyam)
  4. Das Rezitieren der Sure „Al-Fatiha“ in jeder Gebetseinheit (arab. Rak’a)
  5. Die Verbeugung (arab. Ruku‘)
  6. Die Niederwerfung (arab. Sudschud) auf alle sieben Gliedmaßen (Stirn mit Nase, beide Hände, beide Knien und Zehenspitze von beiden Füßen)
  7. Die Bekenntnisvorlesung (arab. Taschahhud)
  8. Das Beenden des Gebets mit dem Abschiedsgruß (arab. Taslim)

Hinsichtlich der Verpflichtung ist das Gebet aller Menschen gleich. Das verbindet alle Gläubigen auf der ganzen Welt. Im Gemeinschaftsgebet beten alle Glaubensgeschwister zusammen ohne Rücksicht auf Rang oder soziale Herkunft. Das Einzige, was sich unterscheidet, ist die Qualität des Gebets. Beispielsweise steht das Gebet der Propheten und unfehlbaren Imame in der höchsten Ebene. Der innerliche Glaube und das Wissen sind Maßstäbe, die dem Gebet eine höhere bzw. eine niedrigere Note geben.

  1. Parfümieren vor dem Gebet
  2. Aufsagen des Gebetsrufs (arab. Adhan) und des Gebetsaufrufs (arab. Iqama)
  3. Bezeugen der Führung von Amiril Mu’minin Ali ibn Abi Talib (a.s.) im Gebetsruf und Gebetsaufruf (ashhadu ana ‘Aliyun waliullah)
  4. Sagen der Lobpreisung nach dem Rezitieren der Surat-ul-Fatiha beim Gemeinschaftsgebet (Alhamdulilahi Rabbil Alamin)
  5. Rezitieren eines Segnungs-Bittgebets (arab. Salawat) in der Verbeugung und Niederwerfung
  6. Rezitieren der Sure Al Qadr in der ersten Gebetseinheit und Sure Al Ikhlas in derzweiten Gebetseinheit
  7. Rezitieren der Schutzformel (Audhubillahi mina shaytan iradschim)  in der ersten Gebetseinheit vor der Sure Al Fatiha
  8. Heben der Arme/Hände bis zu den Ohren bei den zusätzlichen Größenpreisungen (arab. Takbir)
  9. Lautes Rezitieren der Eröffnungsformel (arab. Basmala) Mittags- und Nachmittagsgebet in der ersten und zweiten Gebetseinheit
  10. Tragen von weißer Kleidung
  1. Die Sure Al-Ikhlas in den täglichen Pflichtgebeten nicht mindestens einmal zu rezitieren
  2. Rezitieren zwei gleicher Suren in der ersten Und zweiten Gebetseinheit (außer bei Sure Al-Ikhlas)
  3. Schließen der Augen (ohne Grund)
  1. Unrein werden des Körpers oder der Bekleidung im Zustand des Gebets
  2. Sich nach links oder rechts wenden oder der Gebetsrichtung (arab. Qibla) den Rücken zuwenden.
  3. Sprechen von Worten, die nicht zum Gebet gehören
  4. Lachen
  5. Essen und trinken
  1. Zuwendung

Das Gebet wird nur in dem Maße angenommen, wie das Herz während des Gebets anwesend ist. Wenn man richtig betet, aber seine Gedanken woanders sind, dann sagt man, dass das Gebet korrekt ist, aber es wird bei Allah (s.w.t.) nicht akzeptiert. Zur Vereinfachung: Deine Mutter bittet dich, das Geschirr zu waschen. Einmal kann es vorkommen, dass man seine Augen rollt und genervt ist, aber das Geschirr trotzdem wäscht. Die Pflicht ist zwar erfüllt worden, aber die Mutter wird mit einem nicht zufrieden sein. Zum anderen kann es vorkommen, dass die Mutter bevor sie ihren Satz zu Ende gesagt hat, man aufsteht, das Geschirr wäscht und es sogar trocknet und aufräumt. In diesem Fall hat man seine Pflicht erfüllt und gleichzeitig die Mutter zufrieden und glücklich gemacht. Deshalb sollte man während des Gebets nicht in anderen Gedanken versunken sein.

  1. Wissenserwerb

Das waren nur einige Punkte, auf die man für das Gebet achten sollte. Das Gebet von heute ist vielleicht anders als das Gebet von vor einem Jahr, denn der Gläubige sollte sich immer im Zustand des Wissenserwerbs befinden. Manch einer könnte sich denken, dass das Gebet eine sich wiederholende Verrichtung ist. Es gibt zahlreiche Taten, die wiederholt werden. Beispielsweise benötigt unser Körper ein Medikament, das wir jahrelang einnehmen müssen. Diese Wiederholung ist gut, genauso wie das Verrichten des Gebets. Oftmals sammelt man Erfahrung und neue Erkenntnisse durch das Wiederholen. Eine der wichtigsten Quellen ist der Quran. Natürlich kann man sich auch noch bei Gelehrten erkundigen oder islamische Bücher lesen, um seine Religion besser zu verstehen und somit auch seinen Glauben zu stärken.

Es gibt eine Überlieferung (arab.  Hadith) von Imam Ali (a.s.), die lautet: „Oh, Allah ich bete dich nicht an aus Gier zum Paradies oder aus Angst vor der Hölle. Sondern ich bete dich an, weil Du der Anbetung würdig bist.“