Umm ul-Baneen

Die Frau, die in ihrem Bauch Abbas trug, die einen Helden Namens Abal Fadel gebar, den, der die Fahne der Ahlul-Bayt sogar bis zu seinem Tod hisste. Ja, ihr gewährte Imam Ali as. den Namen Ummul Bannen (Mutter der Söhne), obwohl sie ebenfalls Fatima hieß. Sie gehörte zu der mutigen Familie von Bani Kalab an und war die Tochter von Hazam ibn Khalid.

Nachdem Fatima az-Zahraa as. verstarb, wurde sie die zweite Ehefrau von Imam Ali (as.). Doch durch Ihre vier Söhne, Abbas, Abdullah, Jaafar und Othman, nannte man sie Umm ul-Baneen. Der eigentliche Grund dafür ist, die Trauer beim Aussprechen ihres Namens Fatima, die bei Imam Ali as. auftrat. Sie konnte seine Trauer nicht ertragen und bat darum, sie nicht mehr so zu nennen, um seine Tränen nicht mehr fließen zu sehen.

Schon früh konnte man die Hingabe dieser Frau gegenüber den Kindern Fatimas entdecken. Sie sagte zu ihnen:

“ Hört mir zu, ich bin nicht eure Mutter, ich bin eure Dienerin. Ihr seid nicht gewöhnliche Personen. Deswegen bin ich bereit, alles für euch zu tun, was auch immer ihr von mir verlangt.“.

Mit Imam Ali (as) bekam sie vier Söhne: Abbas, Jafar, Uthman und Abdullah. Jeder einzelne wurde zum Märtyrer bei der Schlacht in Karbala mit ihrem Bruder Hussein (as). Sie befiehl ihrem Sohn Abal Fadhel al-Abbas (as) Imam Hussein niemals ,,Akhi“ (mein Bruder) sondern stets ,,Sayedi“ (mein Meister) zu nennen.

An dem Ereignis von Kerbela war Umm ul-Baneen 57 Jahre alt, doch sie blieb in Medina zurück, weil sie auf die beiden Söhne von Abbas (as): Fadhel und Ubaydullah aufpassen musste. Außerdem musste sie sich um die Tochter von Imam Hussein, Fatima Sughra, kümmern, weil sie wegen einer Krankheit nicht mit nach Kerbela reisen konnte.
Ihre Söhne stellten einen großartigen Kampf an dem Massaker von Karbala auf. Sie haben mit Mut und Hingabe gekämpft und waren alle große und ehrenvolle Märtyrer am Tage von Ashoura.

Es ist erzählt worden, dass Abbas (Abal Fadhel) seinen Brüdern erlaubt hat, zum Schlachtfeld zu gehen, bevor er selber umgebracht wurde. Er hat durch Ihnen einen großen Verlust erleiden müssen. Wenn man sich mal überlegt, seine drei Brüder in den Kampf ziehen zu lassen und anschließend zu sehen, wie sie im heißen Sand ermordet da lagen, kann man sich nicht mal im geringsten vorstellen, wie es Ihm oder Um ul-Baneen ging.

Ständig fragte Umm ul-Baneen die Leute, ob es Neuigkeiten aus Kerbela gibt, aber keiner wusste etwas. Bis dann als ein Botschafter kam und Neuigkeiten aus Kerbela brachte. Er drückte sein Beileid bei Umm ul-Baneen aus, dass ihre Söhne in der Schlacht getötet worden sind. Sie interessierte es aber viel mehr, wie es Hussein ging. Man fragte sie, warum sie ständig nach Hussein fragt.
Umm ul-Baneen antwortete:

“Meine Söhne haben eine Mutter, die für sie weint. Hussein hat keine, ich muss Fatima vertreten! Und selbst wenn ihr mir Tausend Abbas zeigt, ich werde alle Köpfe weg drängen, damit ich Husseins sehe. “

Nach der tragischen Schlacht von Kerbela begann Umm ul-Baneen Majalis (Trauerversammlung) zu organisieren in Ehren von Imam Hussein (as). Und sie erinnerte die Leute daran, was am 10. Muharram im Jahr 61 nach der Hijra in Kerbela geschah. Mit dieser Errichtung hinterließ Umm-ul Baneen eine Tradition, welches bis heute noch existiert. Damit das Wort und die Heldentat von Imam Hussein (as) niemals vergessen wird.

Ich stelle mir hier die Frage:

„Wie viel Hingabe, Liebe und Geduld muss ein Mensch haben, um solche Werke durchsetzen zu können? Wie viel Kraft muss man haben, nach so einer Tragödie, auf beiden Beinen stehen zu können? Wie viel Mut muss man haben, um den Leuten zu beweisen, dass die Märtyrer keinen günstigen und sinnlosen Tod hatten, sondern in die weltliche Heldengeschichte eingegangen sind?“
Die Antwort darauf ist folgende: Gottesfurcht!